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Barreda mag kein DCT

„Es gibt Neuigkeiten aus der „True Adventure“-Welt!“, hieß es kürzlich wieder in einem Newsletter von Honda in dem sich ein Link zu einem weiteren verheißungsvollen Video der angekündigten Africa Twin 2015 befand.

Aber mag Barreda wirklich kein DCT, oder wie komme ich zu dieser Behauptung?

Marc Marquez and Joan Barreda riding the new CRF1000L Africa Twin

Marc Marquez und Joan Barreda fahren die neue  CRF1000L Africa Twin (Foto von Honda Motor Europe Ltd.)

„[…] der zweifache MotoGP-Weltmeister Marc Márquez und das Rallye-Dakar-Ass Joan Barreda […]“ testen die, bzw. braten mit der neuen CRF1000L Africa Twin über einen breit ausladenden Dirt-Track und sollen Fans der Legende sowie Interessierten mal wieder die Wartezeit bis zur Markteinführung, die noch dieses Jahr in Europa erfolgen soll, verkürzen. Aber was wird getestet? Ist ja eigentlich auch egal, die Bilder machen auf jeden Fall schonmal Bock auf Mehr, auch wenn das ewig lange warten mittlerweile so manchen Kunden- und Journalistennerv überstrapaziert hat.

Schaut man sich das Video zum ersten mal im Modus „Mund offen, Sabberfaden tropft auf den Pulli“ an, dann sieht man schön zusammengeschnittene Action, ein paar Drifts, Slowmotions, den ein oder anderen Sprung und mächtig viel Staub.

MotoGP Marc hat auch offensichtlich ein Händchen für’s Fahren im Kiesbett, was für ihn sonst beruflich leider tabu ist. Vielleicht wirken die Fahrszenen deshalb auch so souverän, weil alles was sonst verboten ist, einfach unheimlich viel Spaß macht wenn man mal von der Leine gelassen wird. Mit Honda-Kollege Barreda hat er dazu sicherlich noch einen kompetenten Instruktor an seiner Seite. Aber egal, wie die fahrerischen Präferenzen verteilt sind, machen beide eine gute Figur und der Sabberfaden hat nun die Brücke zwischen Mundwinkel und Pulli überbrückt.

ABER…

Als ich mir den Mundwinkel wieder abgewischt hatte, musste ich mir das Video nochmal meinem geschulten Auge ansehen. Die Schnittfolge ist schnell, die Bilder gut ausgewählt, 01:43 Minuten Fahrszenen aus allen möglichen Kameraperspektiven prasseln da auf den Betrachter ein. Da ist viel Spielraum um das Ein oder Andere zu kaschieren, dachte ich mir und begann meine Analyse. Ton aus und nochmal von vorn, ohne von der Musik abgelenkt zu werden.

Joan Barreda startet im Video auf der Tricolor (Pearl Glare White /Pearl Spencer Blue), Márquez legt mit der Farbvariante CRF Rally (Victory Red) los. Die Maschine von Barreda ist mit Handprotektoren ausgestattet, die von Márquez nicht.

Achtet man im Verlauf des Videos auf die rote Africa Twin, stellt man fest, dass sie wahlweise mit oder ohne Handprotektoren auftaucht. „Hat vielleicht der Márquez kaputt gemacht.“, dachte ich mir anfangs… Dann fiel mir aber auf, dass das nicht der einzige Unterschied ist, wir bekommen im Video nämlich zwei unterschiedliche Rote präsentiert. Um euch ewig lange, sekundengetaktete Bildanalysen zu sparen hier die Kurzform:

CRF1000L Africa Twin rot ohne Handprotektoren = manuelles Getriebe
CRF1000L Africa Twin rot mit Handprotektoren = DCT (Dual Clutch Transmission)

Also, die rote mit Handprotektoren, so sieht man es zwischendurch ganz kurz, hat auch keinen Kupplungshebel, außerdem ist bei Min. 01:07 beispielsweise das DCT Gehäuse auf der rechten Seite gut zu sehen. Die Tricolor saust durchgängig mit Handprotektoren und manuellem Getriebe durch’s Gelände.

Wer fährt denn jetzt welche? Ausgehend von der Startszene wechseln die Fahrer 11 mal von Tricolor auf CRF Rally, also von der weißen auf die rote Maschine. „Warum?“ frag ich mich da… Sind doch beides die gleichen Kisten, oder können sich Barreda und Márquez nicht einig werden, wer welche fahren darf? „Ich nehm die Rote!“, „Nein Du fährst die schon die ganze Zeit! Jetzt bin ich dran.“ (fiktive Unterhaltung, die so nur in meinem Kopf stattgefunden hat)

Um die Verwirrung also perfekt zu machen kommt neben den beiden fröhlich wechselnden Fahrern ja auch noch die Maschine mit DCT ins Spiel. Und jetzt, liebe Leute von Honda, hab ich euch durchschaut. Mein Speichelfluss ist messerscharfem Analysesinn gewichen, als ich mir das Video nochmal anschaute und mir notierte, wer wann welches Bike fährt. Ausgehend davon, dass ihr uns nicht noch mehr verwirrt, indem die Fahrer auch noch ihre verschwitzten Klamotten und Helme fröhlich untereinander durchtauschen, stelle ich fest, dass „Rallye-Dakar-Ass“ Barreda im Video ausschließlich mit manuellem Getriebe unterwegs ist. Barreda mag kein DCT, oder was? Oder will er sich als alter Offroad-Haudegen nicht vor seinen Kumpels rechtfertigen müssen, dass er auf einmal mit Hondas beliebten Komfortfeature seine Runden dreht. Sicherlich nur eine Frage der Ehre, oder so.

Márquez dagegen scheint laut Video deutlich mehr Gefallen am automatisierten Schalten mit dem DCT zu finden und suggeriert durch seine ansehnliche Kiesbett-Performace dass das Schaltwunder auch Offroad ganz gut taugt.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den ersten Ausritt mit der CRF1000L Africa Twin und werde mit haarspalterischen Analysen solang am Ball bleiben, anstatt alles unreflektiert im Netz zu verteilen.

Das Video in voller Pracht gibt’s natürlich auch noch hier zu sehen. Schaut genau hin 😉

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Kommentare (3)

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    Bla

    |

    Schön beobachtet. Und bei 0:58 sieht es aus, als ob die rote links die Kurve nicht bekommen wird.

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    Frank

    |

    Stefan, unser Profiler :-)
    Schön gesehen!

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    Klaas

    |

    Die rote hat auch andere Blinker zwischendurch dran

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