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Der richtige Reifen für Reiseenduro & Co.

Motorradreise.TV und MotorradreifenDirekt.de mit Tipps zur Reifenwahl

In Folge #33 von Motorradreise.TV geht es unter Anderem um das Thema Reifen für die Reiseendurofraktion. Während die Fahrer von Sportlern oder Supersportlern wohl kaum auf die Idee kommen würden mit Stollen über den Asphalt zu nageln, beobachtet man dieses Phänomen der subotimalen Zweckentfremdung bei den Fahrern von sog. Dual Sport Bikes, oder auch Reiseenduros genannt häufiger. Und auch ich muss mich da an die eigene Nase fassen, denn seit unserer Endurotour in den Westalpen im letzten Jahr rollt die 660er Ténéré, die uns Touratech zur Verfügung gestellt hat noch immer auf den Metzeler Karoo 3 Pellen durch die Gegend. Die Anzahl an Offroadkilometern in den letzten Monaten kann ich wohl an beiden Händen abzählen und die stehen in keinem Vergleich zu der Strecke, die ich damit seitdem auf Asphalt zurückgelegt hab.

MotorradreifenDirekt.de – Der richtige Reifen für Reiseenduro & Co

Der „Stollenreifen sehen einfach cool auf der Maschine aus Effekt“ kann einfach die Nachteile in Sachen Straßenperformance nicht ausgleichen und schließlich hat es dann auch in meinem Kopf irgendwann klick gemacht, und neue Pellen mussten her.
Zusammen mit MotorradreifenDirekt.de entstand dann die Idee doch einmal verschiedene Reifentypen für diese Motorradgattung unter die Lupe zu nehmen und da wir wirklich viel mit den Motorrädern unterwegs sind, haben wir uns in der Redaktion drei typische Einsatzzwecke und Tourenprofile überlegt, anhand derer wir verdeutlichen können, welcher Reifentyp wofür eigentlich am meisten Sinn macht. Herausgekommen sind drei unterschiedliche Arten wie solche Maschinen in der Regel bewegt werden und passend dazu stellen wir euch in Folge #33 auf unserem YouTube Channel die passenden Reifen vor.

Tourenprofil 1 – Alpenpässe

Es geht los mit einer Tour, wie sie sicherlich schon fast jeder mal gemacht hat, und wir stellen uns vor, dass wir mit unserer Maschine für 10 Tage in die Alpen fahren wollen, wo wir so viele Pässe und Asphaltkurven wie nur möglich unter die Räder nehmen wollen. Allein auf dem Weg dorthin sind wir etliche hundert Kilometer auf der Autobahn unterwegs und spätestens jetzt erkennt man, dass man dazu mit meinem Enduroreifen nicht wirklich optimal ausgestattet ist. Die besonderen Anforderungen an den Reifen auf dieser Tour sind neben einer guten Laufleistung auch, dass er mit verschiednen Fahrbahnbeschaffenheiten und auch mit wechselnden Witterungsbedingungen zurecht kommen muss.

Tourprofil 1 - Asphaltpellen

Was wir suchen ist also ein Reifen, der vor Allem auf der Straße richtig funktioniert und dort bei wechselnden Bedingungen seine optimale Performance ausspielt. Dafür haben wir den Dunlop TrailSmanrt ausgewählt, der für genau solche Anforderungen konzipiert ist. Auf der einen Seite eine hohe Laufleistung, auf der anderen Seite gute Performance, auch bei Nässe und nicht zuletzt ein hohes Maß an Grip mit der beladenen Maschine. Dieser Reifen steht, wie jeder Reifen in unserem Beitrag, exemplarisch für seine Kategorie, was bedeutet, dass dies nicht unbedingt der beste, günstigste, oder langlebigste sein muss.

Unser Straßenreifen fährt sich auf der Ténéré deutlich angenehmer und ruhiger als der Enduroreifen, auch das Handling der Maschine verbessert sich dadurch schlagartig und man kommt schnell in den Bereich, wo der Grip der alten Stollenpelle längst abgerissen wäre. Das macht sich nicht nur in den Kurven, sondern vor allem auch beim Bremsen bemerkbar und trägt dadurch nicht gerade unwesentlich zur eigenen Sicherheit bei. Und wenn’s doch mal regnet? Das Profil von Straßenreifen ist in der Regel so aufgebaut, dass bei Nässe das Wasser vom Profil abtransportiert werden kann und somit verhindert werden soll, dass sich das Wasser vor dem Rad aufstaut und der Reifen beginnt aufzuschwimmen und dadurch wegzurutschen.

Dunlop TrailSmart

Also, wer mit seinem Moped ausschließlich auf Asphalt unterwegs ist, wird besser auf einen reinen Straßenreifen zurückgreifen, Stollenreifen wären hier in Sachen Laufleistung und Performance einfach fehl am Platz, auch wenn sie natürlich etwas verwegener aussehen, aber unser erstes Tourenprofil zeigt, dass nicht jeder, der eine Reiseenduro sein Eigen nennt auch im Gelände unterwegs sein muss.

Tourenprofil 2 – Endurotour

Unser zweites Tourenprofil ist so ziemlich das genaue Kontrastprogramm zum Ersten, denn hier wollen wir Asphalt vermeiden so gut wir eben nur können. Auf dem Programm soll eine Endurotour stehen, wie wir sie beispielsweise letztes Jahr in den Westalpen gemacht haben. Über ewig lange und stollenfressende Anfahrtsetappen brauchen wir uns hier nicht den Kopf zerbrechen, denn die Maschinen stehen für ihren Einsatz vorbereitet auf dem Hänger und werden ausnahmsweise mit dem Auto zum Einsatzort gebracht, zumindest haben wir das letztes Jahr so gemacht und das ist eine sinnvolle Lösung um eben das Material bis zum eigentlichen Einsatz nicht unnötig und verschwenderisch zu verschleißen. Unser Straßenreifen hat auf dieser Tour also nix verloren und es wird Zeit für einen Satz Enduroreifen, sozusagen die Bergziegen unter den Reifentypen. Asphalt nimmt man höchstens für eine kurze Verbindungsetappe in Kauf und so bewegt man sich auf solch einer Tour zu guten 85% im Gelände mit Schotter, Sand, Schlamm und jeder Menge malträtierenden spitzen Steinen, Kanten und Wurzeln.

Enduroreifen

Nun kommt als Vertreter für die Kategorie Enduroreifen der Anlas CapraX zum Einsatz, ein Reifen mit sehr grobem Blockprofil, augenscheinlich also schonmal gut für die bestehenden Torturen geeignet. Im Gelände muss sich ein Reifen regelrecht in den Untergrund eingraben können um ein gutes Maß an Traktion und Grip aufbauen zu können, und dabei helfen die Stollen, durch deren große Zwischenräume schonmal ein gutes Stück an lockerem Boden gefressen und abtransportiert werden kann. Das sorgt für eine sichere Fortbewegung und hält das Wegrutschen der Reifen beim Bremsen und Beschleunigen in Zaum. Um eine möglichst große Auflagefläche des Reifens auf dem Untergrund zu erreichen ist es sinnvoll den Reifendruck teils deutlich abzusenken, je nach Untergrund, Rad und Machine. Bei einem steinigen Untergrund ohne all zu viel losen Schotter sollte man es mit dem Reifendruck nicht „untertreiben“. Auf unserer 660er Ténéré mit etwas über 200kg und 48 PS wären 1,6 Bar am Hinterrad beispielsweise ein guter Wert, Das Rad hat zusätzlich zum Mantel noch einen Schlauch verbaut und den wollen wir nicht beschädigen, wenn wir mit zu geringem Druck beim Beschleunigen plötzlich vom einem durchdrehenden Hinterrad wieder auf ein griffigeres Stück kommen, dann bekommt der Reifen schlagartig Traktion und der Mantel könnte auf der Felge verrutschen und mit teils erheblichen Kräften am Schlauch reißen. Bei Schlauchlosfelgen braucht man sich in diesem Fall keine Sorgen machen, aber man sollte bedenken, dass die Dämpfungseigenschaften des Reifens nicht nur den Fahrer vor harten Schlägen schützen, sondern auch die Felge. Auf sandigem oder schlammigen Untergrund wo wir in der Regel noch weniger Traktion haben, kann der Reifendruck sogar nochmal weiter abgesenkt werden.

Enduroreifen

Wer also seinen nächsten Urlaub auf Schotter plant und dabei weitestgehend auf Asphalt verzichten kann, der sollte sich vorab einen frischen Satz Stollen aufziehen. Das Plus ist die bessere Haftung und das bessere Handling der Maschine im Gelände, allerdings sind Enduroreifen auch anfälliger für Verschleiß und haben oft weit weniger Laufleistung als ein Straßenreifen.

Tourenprofil 3 – Fernweh auf Fernreise

Andere Anforderungen muss ein Reifen für’s echte Abenteuer erfüllen, bzw. er muss die Eigenschaften der vorigen Reifen gut miteinander kombinieren. Also, eine hohe Laufleistung, gutes Handling auf der Straße und ein Profil, dass es dennoch ermöglicht härtere Offroadpassagen zu fahren. Auf unserer Abenteuer-Fernreise stellen wir und also vor, dass wir etliche tausend Kilometer unterwegs sein werden, viele quälend lange Asphaltetappen, Regen, Matsch, Sand, Schotter, also alles was uns an schlechten Straßen in der großen weiten Welt unter die Räder kommen kann. Als einen solchen Allrounder mit Nehmerqualitäten haben wir uns den K60 Scout von Heidenau ausgewählt, denn dieser Reifen ist bekannt für seine lange Laufleistung und bei vielen Fernreisenden eine beliebte Wahl. Sicher von A nach B kommen und sich dabei möglichst wenig Gedanken um den Reifen machen, Tag für Tag, das ist die Devise auf einer solchen Reise und wer selbst schonmal auf einer entsprechenden Tour unterwegs war, der weiß wie wichtig der materialschonende Umgang mit seinem Gerät dabei ist. Es kommt also bei diesem Reifen nicht unbedingt auf das letzte Fitzelchen Grip in Maximaler Schräglage an, sondern auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.

Heidenau K60 Scout

Den K60 Scout gibt es in verschiedenen Dimensionen, vom 130er Hinterrad wie auf unserer Ténéré bis zum 170er für schwerere Maschinen und dort unterscheidet sich auch das Profil, denn für größere und leistungsstärkere Motorräder hat dieser Reifen einen durchgehenden Mittelsteg um die Stabilität und die Laufleistung des Reifens zu erhöhen, denn je mehr Gewicht und mehr Leistung auf einen Reifen einwirken, desto höher ist auch der Verschleiß.

In unserer Sendung verlosen wir übrigens bis Ende August 2015 einen Satz von diesen Reifen in der Dimension 90/90 21 vorne und 130/80 17 hinten, schaut euch dazu einfach den Beitrag in der Sendung an.

Reifenfinder und Bewertungen

Danke an MotorradreifenDirekt.de, die mit uns zusammen diesen Beitrag gestaltet haben. Dort findet ihr eine große Auswahl verschiedener Reifentypen & -Marken für eure Maschine und viele weitere Informationen rund um das Thema Reifen

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